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VPZ Perspektive Frugalismus

Frugalismus – weniger ist mehr.

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Frugalismus – Weniger ist mehr.

Frugalisten verfolgen das Ziel, möglichst früh im Leben finanziell unabhängig zu sein und/oder in Rente zu gehen. Einige Frugalisten erreichen dieses Ziel mit Anfang 30, manche mit 40 und andere später im Leben. Gleichzeitig investieren Frugalisten ihr Geld in Anleihen, Fonds und Immobilien. Dadurch generieren sie Dividenden, Zinseinnahmen und Mieteinnahmen. Die Erträge nutzen Frugalisten, um ihre Sparziele schneller zu erreichen. Der Name «Frugalisten» leitet sich vom Wort «frugal» ab. «Frugal» bedeutet: einfach, schlicht, sparsam. Die Bewegung der Frugalisten heißt «Frugalismus». Böse Zungen behaupten den frugalen Lebensstil auch als «extrem sparen». Um das Ziel der finanziellen Unabhängigkeit möglichst früh und schnell im Leben zu erreichen, haben sie verschiedene Ansätze: Zum Beispiel günstiges Wohnen. Einen aktuellen Trend dazu wollen wir Ihnen vorstellen. Und zwar das Konzept «Tiny House».

Um das Ziel der finanziellen Unabhängigkeit möglichst früh und schnell im Leben zu erreichen, haben sie verschiedene Ansätze:

  • Ausgaben reduzieren
  • Etwas Gebrauchtes statt etwas Neues
  • Grosse Teile vom Gehalt sparen
  • Günstig Wohnen
  • Günstige Lebensmittel kaufen
  • Investieren, um von Zinsen zu leben
  • Sparsam leben
  • Verzicht auf Genussmittel (Alkohol, Zigaretten)
  • Verzicht aufs Auto, Designermöbel,
    Restaurantbesuche, teure Technik
    (Flachbildfernseher, Laptop, Smartphone)

Der frugale Lebensstil entstand während der letzten grossen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Natürlich, wie so vieles, in den USA. Einige Amerikaner mussten einfach damit beginnen, bewusster auf ihre Ausgaben zu achten, um sich so grössere Freiheiten zu ermöglichen. Damit wollten sie nicht nur unnötige Kredite vermeiden, sondern auch früher aus dem Job-Alltag aussteigen. Gerade der Ausstieg aus dem Arbeitsalltag – bei dem viele von 9 bis 17 Uhr im Büro sein müssen – ist für viele Frugalisten eine der grössten Motivationen. Sobald sie genügend Geld gespart haben, können sie sich die Freiheit leisten, auf einen festen Job zu verzichten und zu arbeiten, wann sie wollen.

Frugalismus ist auch so etwas wie die logische Gegenbewegung zu den «Workaholic» und damit auch zum übermässigen, verantwortungslosen und grenzenlosen Konsum. Ausserdem ist Frugalismus eine Reaktion auf die Kreditwirtschaft. Frugalisten verzichten darum bewusst auf Kredite.

Worum es Frugalisten geht
Auch wenn hier oft «Verzicht» steht, so ist damit nicht gemeint, dass Frugalisten ihre Lebensqualität reduzieren, um ihre Sparziele zu erreichen, sondern das sie sparsam und genügsam sind. Ein Frugalist verzichtet gerne und er weiss, dass er damit sein langfristiges Ziel der finanziellen Unabhängigkeit erreichen wird.

Frugalisten hinterfragen ihre Gewohnheiten. Sie fragen sich, wo sie Geld verlieren und wo sie Geld sparen können. So stellt sich z.B. die Frage: Was ist besser? Im Restaurant essen oder zu Hause sich selbst etwas kochen? Frugalisten werden diese Frage mit «zu Hause kochen» beantworten, da sie so nicht nur Geld sparen, sondern sich sogar – im besten Fall – auch ein gesünderes Mahl zubereiten können, da sie die Zutaten kontrollieren.

Frugalisten geht es auch nicht darum, durch hohe Ausgaben etwas darzustellen. Sie finden es nicht erhebend, teure Autos zu fahren oder teure Technik zu besitzen, nur um sich mit den Marken zu schmücken und etwas darzustellen. Frugalisten verzichten auf Status durch teuren Besitz.

VPZ Perspektive Frugalismus naturnah leben

Naturnah leben
Neues Bewusstsein erleben, dank hoher Aufmerksamkeit im Kleinen. Kostet nichts, kann jeder immer und sofort beginnen. Ganz das Motto eines Frugalisten.

Wie Frugalismus funktioniert: die 3-Tage-Regel
Frugalisten wenden verschiedene Regeln an, um ihre Impulse in den Griff zu bekommen und Fehlkäufe zu vermeiden: Die 3-Tage-Regel hat folgende Bedeutung: Sieht man etwas, das einem gefällt und man will es sofort kaufen, so wartet man 3 Tage und stellt sich am dritten Tag folgende Frage: Will ich das jetzt wirklich kaufen?

Wird die Frage mit einem innigen und kräftigen «Ja» beantwortet, dann sollte der Gegenstand gekauft werden. Ist das «Ja» halbherzig oder ein «Nein», dann sollte auf den Kauf verzichtet werden.

Vorteile der 3-Tage-Regel: Wer die 3-Tage-Regel anwendet, erliegt nicht seinen Impulsen, Gelüsten oder spontanen Gefühlen. Gerade im Zeitalter der sofortigen Belohnung (Instant Gratification) und der sofortigen Lieferung, scheint jeder Impuls sofort und immer befriedigbar. Mit der 3-Tage-Regel durchbricht man diese Gewohnheit und gewinnt Freiheit zurück. Ausserdem kann so eine andere Frage beantwortet werden: «Warum kaufe ich das? Hilft es gegen Stress, hilft es gegen Langeweile oder fehlt mir etwas Emotionales?»

Dabei sind sich alle einig. Wir erleben aktuell einen noch nie dagewesenen «Nachhaltigkeitstrend». Parallel streben immer mehr Leute nach einem einfachen Leben. Das Thema Downsizing ist im Trend.

Menschen wollen sich aus den «Tretmühlen» befreien und entschliessen sich zum Beispiel freiwillig auf 18 m2 zu wohnen. Sie sagen dem dann «Leben, auf das Wesentliche reduziert!». Oft sind diese Leute gegen die immer höher werdenden Mietpreise oder gegen die Tatsache, dass ein Eigenheim kaum mehr ohne horrende Schulden zu erwerben ist. Die Antwort ist ein Tiny House und man bekommt es fixfertig ab 20’000.– Franken. Aber Vorsicht. Leben im Minihaus, bedeutet nicht nur, sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können, um frei zu sein, sondern ist auch nicht überall erlaubt. Denn die Minihäuser haben Räder. Neben der Frage nach dem «Wohin geht die Reise?» geht es aber auch um die Fragen: Wie lebt es sich ohne Luxus auf wenigen Quadratmetern? Und: Wie gross wird die neu gewonnene Freiheit im Minihaus wirklich sein?

«Eine einfache Regel dominiert
den Alltag eines Frugalisten:
Etwas, das man haben möchte,
nicht sofort zu kaufen! Nach 3 Tagen
stellt man sich die Frage: Brauche
ich das wirklich?»

VPZ Frugalismus Tiny House

Kleines Haus, grosses Glück
Die gute Nachricht ist: Dafür müsste man natürlich nicht erst in ein «Tiny House» ziehen, sondern jeder kann sofort, im Jetzt – sprich bei sich im ganz Normalen – mit dieser Lebensphilosophie starten: Statt Marken, Luxus und dem Unnötigen zu fröhnen, kann man versuchen, mit wenig zufriedener und auch glücklicher zu sein.

Das erste Minihaus kam aus Amerika
Steve Areen baute sich sein Traumhaus in nur sechs Wochen: ein rundes, orangefarbenes Minihaus auf einer thailändischen Mangofarm. Für umgerechnet 6500 Euro. Die Bilder seines Minihauses wurden bei Facebook über 100’000 Mal geteilt. Offenbar hat der US-Amerikaner damit einen Nerv getroffen. Tiny Houses sind zwischen zehn und 55 Quadratmeter gross, haben ursprünglich eine konventionelle Form mit einem Satteldach und sind oftmals auf Rädern montiert. In Zeiten steigender Mieten werden alternative Wohnmodelle immer interessanter. Auf kleinem Raum lebt es sich kostengünstig und zugleich umweltverträglicher.

Ideen dazu liefert die Tiny House-Bewegung, die in den USA seit Anfang des Jahrhunderts das Downsizing propagiert. Ein Trend, der auch in der Schweiz angekommen ist. Dennoch verhindern Bauvorschriften, Genehmigungspflichten und Strassenverkehrsverordnungen die Ausbreitung der Minihäuser.

Einige erste Besitzer lassen sich davon nicht abschrecken. Das neue Zuhause soll gerade mal 15 Quadratmeter gross werden: ein kleines, kompaktes Holzhaus auf Rädern, in dem Küche, Bad und Bett Platz finden sollen. Der Besitzer möchte einfach in der Natur autark leben. Eine besondere Herausforderung: Jeder Quadratmeter muss optimal durchdacht werden. Am Ende soll sein Haus 3,20 Meter hoch sein und nicht mehr als 3,3 Tonnen wiegen.

In einem Tiny House zu leben bedeutet für diese Besitzer persönliche Freiheit. Sie sparen Geld für den Bau und den Unterhalt und verschwenden weniger Energie, weniger Wasser und weniger Land. Dafür müssen Sie auf den wenigen Quadratmetern unterbringen, was sie zum Leben brauchen: Bett, Bücher, Küche, Toilette, Dusche, Kosmetik und allfällige Besucher. Dabei entscheiden sich Tiny House-Besitzer ganz bewusst gegen Komfort: «Die Einfachheit ist vielen wichtig. Viele Dinge zu besitzen, das bedeutet nicht mehr Lebensqualität», sagen sie.

Haben Frugalisten ihr Sparziel erreicht, dann sind sie «Herr» ihrer Zeit und können entscheiden, wie sie diese verbringen. Einige arbeiten freiwillig weiter in ihrem Beruf, weil es ihnen Freude macht, andere werden selbstständig und manche werden künstlerisch aktiv.

VPZ Perspektive Frugalismus

VPZ Perspektive Frugalismus gute Qualität

Muss das wirklich auf die harte Tour sein?
Wer einen Job hat, in dem er oder sie gut verdient, dem fällt das frugale Leben leichter. Die Einkünfte erlauben es einfach. Alleinerziehende und Geringverdiener können weniger oder gar nicht frugal leben, da ihre Finanzen dies nicht zulassen. Auch gestaltet sich der frugale Lebensstil mit Kindern schwieriger.

Bei einigen Frugalisten soll der frugale Lebensstil sogar so weit führen, dass diese auf Glühbirnen verzichten – um Strom zu sparen oder, dass diese die Toilettenspülungen reduzieren – um Wasser zu sparen. Damit zeigt sich, dass der frugale Lebensstil auch ins Geizige abrutschen kann. Spätestens dann, wenn es also zu «extrem» wird, scheitern ursprünglich gute Ansätze. Wir sind der Meinung, dass der Grundsatz eines bewussten Lebens erstrebenswert und wohl die Antwort auf ganz viele Probleme wäre.

«Viele gute Ansätze, aber mit einem Hang – oder Risiko – zum Extremen.
Wir meinen, dass der Ansatz bewusst zu leben, gut ist. Jedoch glauben wir auch,
dass sich dieser Ansatz auch gut mit einem «normalen» Lebensstil oder Lebensrhythmus
kombinieren lassen würde. Sprich: Jeder könnte in seinem ganz normalen Alltag damit
beginnen, eine gewisse Aufmerksamkeit und neue Wertschätzung einfliessen zu lassen.
Es braucht kein «Tiny House», um bewusster zu leben. Aber wie so oft sucht
der Mensch das Extreme oder den Trend, um sich mitziehen zu lassen.
Nur, dass man nicht selbst aktiv werden muss. Darum meinen
wir: Beginnen Sie doch jetzt im Kleinen,
dafür mit einem klaren Plan.»

VPZ Perspektive Frugalismus Minihaus

VPZ Prognose

Prognose.

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Was bewegt uns jetzt.

Von fürstlichen Zinsen auf dem Sparkonto können wir nur noch träumen. Fünf Prozent oder mehr gab es früher, viel früher. Heute gibt es praktisch nichts mehr auf dem Sparbuch. Was ist passiert? Lohnt sich Sparen noch? Was hat das mit der Weltwirtschaft zu tun? Und was könnte uns alle 2020 bewegen? Was hat uns im vergangenen Jahr am stärksten bewegt? Wenn man denn überhaupt eine zusammenfassende Antwort geben kann, dann ist diese nicht einfach. Vielleicht ist es auch einfach eine Zeit, die allgemein sehr bewegt? Wie dem auch sei, wir versuchen mit den Experten der Zugerberg Finanz Antworten zu geben.

VPZ: Gibt es Gründe, warum sich die Situation 2019 nicht weiter negativ entwickelt hat? Warum glauben Sie, hat sich die Situation stabilisiert?
Timo Dainese: Ich glaube, es war wichtig, dass man sich nicht zu stark von den negativen Entwicklungen des letzten Jahres beunruhigen liess. Dass aber nach dem schwachen Jahr 2018 eine Gegenbewegung auf den Markt gekommen ist, hat für eine gewisse Beruhigung gesorgt. Das hat sicher gut getan.

Maurice Pedergnana: Eskaliert ist die Situation ja beinahe in der zweiten Hälfte des Monats Dezember. Das ist traditionell die Zeit, in der viele Händler bereits ihre Bücher schliessen und in den Weihnachtsurlaub gehen. Die Liquidität war relativ gering. In den ersten drei Dezemberwochen waren die Verkäufe so stark, dass sogar Nestlé 10% verloren hat. Sprich, selbst defensive Märkte kamen in eine Verkaufswelle. Es darf aber nie ausser Acht gelassen werden, dass in dieser Zeit vor Weihnachten die Situation wohl auch stark von Algorithmen getrieben war, welche den Negativtrend aufgenommen und verstärkt haben. Zudem müssen fast alle Gesellschaften per 31. Dezember Rechenschaft ablegen. Im letzten Jahr war das relativ früh, mit nur zwei Handelstagen nach Weihnachten. Somit haben viele Händler ganz bewusst bereits am 20. Dezember aufgehört zu kaufen. Wirtschaftlich gesehen war der Einbruch nicht wirklich begründet. Vielleicht hat dann auch die Ruhe über die Feiertage dazu geführt, dass man wieder ein bisschen gelassener wurde.

Timo Dainese: In dieser Zeit ging man aufgrund der Signale von der US Amerikanischen Zentralbank davon aus, dass in den USA die Zinsen im Verlauf des Jahres 2019 weiter erhöht würden. Die Ökonomen haben die zehnjährigen US Schatzanleihungsrenditen bei über 3% gesehen. 3% bedeutet, dass andere Diskontierungsfaktoren bei Immobilien zugrunde gelegt werden müssen. Sie müssen auch andere Diskontierungsfaktoren bei Infrastrukturtiteln zugrunde legen. Praktisch bei allem, was mit ständigem Einkommen verbunden ist. Von dem Moment an, als schliesslich das Thema der Zinserhöhung vom Tisch war und man eher wieder begann, von Zinssenkungen in einer sich abschwächenden Weltwirtschaft zu sprechen, begann sich auch das Bild wieder zu verändern. Institutionen und Personen waren wieder bereit, in Immobilien, Immobilienfonds und Infrastrukturtitel einzusteigen. Und, immer noch aus der Unsicherheit hinaus, was realwirtschaftlich passiert, in Werte wie beispielsweise Nestlé. Übrigens, Nestlé ist heute 30% höher als in der Weihnachtszeit 2018. Und die 10-jährigen US-Zinsen liegen heute bei 1.5%.

«Das man selbst auf einer Schweizer Anleihe,
mit einer 40-Jahr-Laufzeit eine negative Rendite hat, ist schon
sehr aussergewöhnlich.»

VPZ Prognose

Prof. Dr. Maurice Pedergnana, Finanzexperte Dr. oec. HSG und Timo Dainese, Gründer und Geschäftsführender Partner von der Zugerberg Finanz AG, im Gespräch mit dem Perspektiven Redaktor Christof Küng (v.l.n.r.)
«Nestlé ist in diesem Jahr so stark gestiegen wie noch nie in den letzten 20 Jahren während 12 Monaten.»

VPZ: Wenn wir ein Zwischenfazit für 2019 ziehen: Beginnt jetzt wieder das Gleiche in Hinblick auf Weihnachten 2019?
Timo Dainese: Davon gehen wir nicht aus. Nach der kürzlichen Aufwärtsbewegung erwarten wir keine weiteren grossen Bewegungen auf der Zinsseite. Auch rechnen wir nicht damit, dass sich die wirtschaftlichen Nachrichten deutlich verschlechtern werden.

Maurice Pedergnana: Die Geldverwalter werden sich Ende Jahr rechtfertigen müssen, was in ihren Depots liegt. Ein Beispiel: Vor sechs Wochen lag die Verfallsrendite der zehnjährigen «Eidgenossen» bei –1.2%. Über zehn Jahre hinweg hätte man somit minus 1.2% erwirtschaftet. Vor Steuern und Inflation. In den vergangenen Wochen haben die Investoren begonnen, diese Anleihen zu verkaufen, sind jedoch nur auf wenig Nachfrage gestossen. Was passiert in einem solchen Fall? Der Kurs fällt, die Rendite steigt. Aktuell liegt die Rendite bei –0.7%. Von minus 1.2% auf minus 0.7% tönt nicht wahnsinnig spektakulär. Es ist historisch aber eine aussergewöhnliche Situation, denn der Kurs der Anleihen gab um über 4% nach. Auch nach dem Renditeanstieg rentieren die Anleihen negativ. Viele Vermögensverwalter werden dann vor ein Gremium stehen und sich erklären müssen, warum man negativ rentierende Anleihen hält. Man ist bei Anleihen historisch immer davon ausgegangen, dass man vielleicht nicht viel, aber wenigstens ein bisschen verdient.

VPZ: Was heisst das für Immobilien?
Maurice Pedergnana: Wenn die Verfallrendite bei sicheren Anleihen bei minus 1.2% oder minus 0.7% liegt, dann gibt es im Immobilienbereich eine Gegenbewegung. So hat beinahe jedes Immobiliengefäss in diesem Sommer Geld erhalten. Dies, weil man sich sogar mit 2% Rendite zufrieden gibt. Wenn ich die Immobilien wieder verkaufen will, werde ich sie zwar nicht so schnell wieder los. Aber 2% ist eben plus 2% und damit 3% besser als bei sicheren Obligationen. Das haben wir bei Immobilienfonds und in verschiedenen immobilienbezogenen Gefässen gesehen. Vor allem institutionelle Investoren waren in diesem Bereich aktiv.

VPZ: Gibt es somit eine Immobilienblase?
Maurice Pedergnana: In gewissen Segmenten sicherlich. Viele sagen sich: Ob der Leerbestand in meinem Mehrfamilienhaus 3% oder 4% ist, kann doch egal sein. Hauptsache ich habe eine positive Rendite garantiert.

VPZ Prognose Timo Dainese

Timo Dainese, Gründer und Geschäftsführender Partner der Zugerberg Finanz AG
Wenn eine Wirtschaft um 1–2% wächst und die Inflation bei 1–2% liegt, ergibt dies 2–4% nominelles Wachstum. Das heisst, wenn ich in Realwerte investiere, sollte ich langfristig im Minimum 2–4% an Wertzuwachs haben.

VPZ: Aber die Entwicklung ist schon so, dass man irgendwann damit rechnen muss, dass das zu einer Korrektur führen könnte. Auch am Immobilienmarkt, bei den Hypotheken, Zinsen und schliesslich einzelnen Sparern. Oder rechnen Sie nicht damit?
Timo Dainese: Mittel- und langfristig werden die Zinsen sicherlich höher liegen.

Maurice Pedergnana: In den USA sehen wir Inflationsraten, die bei 2% und mehr liegen. In Deutschland sieht man Tarifabschlüsse mit 3% Lohnsteigerung pro Jahr. Auch in der Schweiz gibt es einige Branchen mit deutlicher Lohnsteigerung. Wenn ich sehe, was ein Pflegeheim kostet, dann habe ich nicht das Gefühl, dass wir in einem deflationären Umfeld sind. Wir haben zahlreiche Momente in der Gesellschaft und Wirtschaft, wo Dinge teurer werden. Früher oder später wird den Leuten die Inflationsrate wieder bewusst. Man kann nicht einfach Kapital deutlich unter der Inflationsrate zur Verfügung stellen.

Timo Dainese: Das wird bestimmt drehen. Aber das kann 5 oder 10 Jahre dauern. Geld ist nicht immer und beliebig verfügbar.

VPZ: Sie haben das Gefühl, die Situation wird über einen längeren Zeitraum natürlich drehen? Ohne harten Bruch in der Gesellschaft.
Maurice Pedergnana: Die Wirtschaft wächst. Man hat mehr Einkommen und leistet sich grössere Wohnungen oder ein Haus. Aber auf einem «Cash-Bestand» wird man für lange Zeit nicht mit positiven Renditen rechnen können. Der «Cash-Bestand» ist aber nicht nur auf dem Sparbuch. Viele Leute wählen dafür eine Säule 3a-Kontolösung. Auch in den FreizügigkeitsStiftungen sind viele Gelder nicht angelegt, sondern auf Kontolösungen sehr langfristig geparkt. Wenn eine Wirtschaft um 1–2% wächst und die Inflation bei 1–2% liegt, ergibt dies 2–4% nominelles Wachstum. Das heisst, wenn ich in Realwerte investiere, sollte ich langfristig im Minimum 2–4% an Wertzuwachs haben.

VPZ: Wir leben in einer enormen Digitalisierung; einer regelrechten Transformation. Diese Umstellung führt zu mehr Transparenz und Individualisierung. Kann es sein, dass Systeme, die für alle gelten sollten, generell überdacht werden müssen? Sprich, müssen Leute motiviert werden, auch im finanziellen Umfeld eine neue Eigenverantwortung wahrzunehmen?
Timo Dainese: Absolut. Vom Trend «Transparenz» sprechen nicht nur wir schon lange. In der Zugerberg Finanz sind wir mit diesem Thema immer sehr progressiv vorgegangen. Ganz allgemein in der Branche ist man aber immer noch auf einem bescheidenen Niveau. Performance-Zahlen sehen Sie bei grossen Finanzinstituten nicht sofort auf deren Websites. Wenn diese überhaupt gezeigt werden.
Zur Digitalisierung gibt es verschiedene Seiten. Es wird immer Leute geben, die Freude am digitalen Weg haben. Andere bevorzugen eine Mischform und wieder andere sind klassisch veranlagt und möchten immer noch alles in Papierform erhalten. Ich glaube, wenn man sich gut positionieren will, muss man sich für alle drei Möglichkeiten aufstellen.

Maurice Pedergnana: Wir machen jährlich Wirtschaftsworkshops für Jugendliche. Es gibt also ein Interesse an der Thematik, auch bei jungen Leuten. Ich wage aber zu bezweifeln, dass die jüngere Generation mehr weiss, nur weil sie direkten und schnellen Zugang zu Informationen hat. Gelesen werden schliesslich selten NZZ-Artikel, sondern eher Meldungen auf 20Minuten.

Timo Dainese: Gleichzeitig sind Menschen natürlich total verunsichert, weil sie gefühlt tausende Informationen erhalten und überhaupt nicht wissen, wie diese einzuordnen sind. Ich bin überzeugt, dass das Finanzgeschäft ein Vertrauensgeschäft bleiben wird. Man kann vieles im digitalen Bereich vor- und aufbereiten. Danach braucht es dennoch das persönliche Gespräch. Im Nachgang kann der Informationsaustausch vielfach digital stattfinden. Aber Vertrauen wird noch lange vom Menschlichen und von den Schwingungen beeinflusst. Es ist einfach ein «People Business». Das bleibt auch noch lange so.

«Gerade in einer schnelllebigen –
manchmal anonymisierten Welt –
wird es immer wichtiger, dass man
einen Partner für ein persönliches
Gespräch hat.»

VPZ: In der ganzen Thematik um die Digitalisierung und Transformation schwingt ein gewisses Paradoxon mit: Die Leute hätten theoretisch sämtliche Inhalte verfügbar. Sie wüssten um die Konsequenzen. Dennoch wird nicht gehandelt.
Timo Dainese: Ich glaube, auch das hat mit der Informationsflut zu tun. Unsere Verantwortung als Vermögensverwalter ist eben auch, dass wir für Glaubwürdigkeit stehen. Das hat viel mit Kommunikation und Transparenz zu tun. Sobald man als Institution für glaubwürdig gehalten wird, kann man auch Vertrauen zu Kunden aufbauen.

VPZ: Sagt Ihnen das Wort die «Gig Economy» etwas? Das Wort kommt aus der Musikindustrie. Bands machen in einer Bar einen «Gig» und dann vielleicht zwei Stunden später in einer anderen Bar einen weiteren «Gig» und so weiter. Anscheinend gibt es in der Economy Tendenzen, dass ganze Industrien ihr Arbeitsgerät mitnehmen und dann dieses für verschiedene Jobs nutzen. Personen beginnen sozusagen mit ihrem Werkzeug unterschiedliche Berufe auszuüben und sind nicht mehr im klassischen Sinne angestellt. Gibt es bei Ihnen diese Tendenz auch?
Maurice Pedergnana: Ich glaube nicht, dass diese Art und Weise des «Jumpings» wirklich breit zunehmen wird. Ich sehe eher, dass die Leute das persönliche Netzwerk wieder suchen.

VPZ: Eine weiteres Thema – das über China – auch hier bei uns Schlagzeilen macht, ist das «Social Scoring». «Social Scoring» ist vor allem negativ behaftet. «Social Scoring» könnte ja aber auch als positives System verstanden werden. Sprich, Bemühungen werden belohnt. Gibt es in der Altersvorsorge auch solche Tendenzen, dass man eigenverantwortlich entscheiden kann?
Maurice Pedergnana: Es ist schwierig zu sagen, welches Verhalten gut ist. Wir haben in Europa – und speziell in der Schweiz – eine viel stärkere Kultur im Bereich Datenschutz. Auf der anderen Seite sehen wir jedoch auch, dass die junge Generation fast alles von sich preisgibt auf Social Media. Grundsätzlich muss jedoch das Recht auf Integrität gegeben sein. Zur Integrität gehört natürlich auch, dass man über die eigenen Daten verfügen kann. Ob Google oder Amazon verantwortungsvoll mit unseren Daten umgehen ist fragwürdig.

Timo Dainese: Ich glaube, dass der nächste Trend sein wird, so wenig wie möglich von sich preiszugeben. Denn man muss schon genau überlegen, was man sagt. Jeder sollte sich Gedanken machen, was man wirklich mit der Welt teilen will. Das Web und damit viele soziale Medien vergessen nie.

Maurice Pedergnana: Wie man in der Gesellschaft positioniert ist, macht einen riesigen Unterschied. Vor 20 Jahren, als wir mit der Zugerberg Finanz angefangen haben, war Social Media kein Thema. Heute sind wir gesellschaftlich an einem anderen Punkt. Insgesamt überwiegen für uns und unsere Kunden die positiven Seiten der Digitalisierung. Es ist toll, wenn wir den Kunden per E-Mail Berichte verschicken können. Jeder kann so viel aus der Digitalisierung herausnehmen, wie für ihn passt. Aber die Digitalisierung ist nicht ohne Risiko. Wir nehmen unsere Verantwortung wahr.

«Bei uns in der Schweiz
ist es schon ein grosser Schritt,
wenn man von Zug nach
Luzern zieht.»

VPZ Prognose Maurice Pedergnana

Prof.Dr.Maurice Pedergnana, Finanzexperte Dr.oec. HSG, Zugerberg Finanz AG
Die Gesellschaft wird immer mehr zu einer «Sowohl-als-auch Gesellschaft». Aber hier in der Schweiz sind wir anders unterwegs als in Amerika: Die Eigenverantwortung war immer schon ein Thema. Darum wird es auch noch wichtiger werden, Partner zu wählen, denen man vertraut.

VPZ: Mit dem Redaktionsschluss unseres Kundenmagazins «Perspektive.» sind wir aktuell ca. zwei Wochen vor einem möglichen Brexit 2019. Wir haben einen Krieg zwischen der Türkei und Syrien. Wir haben China, das mit Hongkong keinen klaren Plan zeigt. Dann einen Handelskrieg zwischen Amerika und China sowie Spannungen mit der EU. Da scheint das US-Präsidenten-Impeachment schon fast als «Klacks». Zudem haben wir wohl in Deutschland eher eine Stagnation statt Wirtschaftswachstum. Was kann das alles für Auswirkungen auf uns haben?
Timo Dainese: Der Einfluss der Politik auf die Kapitalmarktentwicklung ist oft schon überschätzt worden. Das hat man beispielsweise gesehen, als Donald Trump gewählt wurde. Entgegen den Erwartungen ist der Markt nicht zusammengebrochen, im Gegenteil. Wir glauben, dass der Einfluss der Politik auf den Kapitalmarkt normalerweise langfristig eher gering ist. Wahrscheinlich wird aber das Thema des möglichen «Handelskrieges» zwischen den USA, China, aber auch Europa, ein wichtiges Thema im nächsten Jahr sein. Denn die diesbezügliche Politik hat einen messbaren Einfluss auf die Wirtschaft.

VPZ: Sind «Impacts», die man aus Umwelt und Nachhaltigkeitsthemen zu erwarten hat, fast grösser?
Timo Dainese: Wenn die aktuelle Welle an Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen wirklich längerfristig ist, dann kann das einen grösseren «Impact» haben. Zuerst auf die Wirtschaft, und dann auf die Investmentseite.

VPZ: Wie sieht aktuell Ihr Portfolio aus?
Maurice Pedergnana: Wir sind eher konservativ unterwegs. Wir schöpfen die Bandbreite für Aktien aktuell rund zur Hälfte aus. Innerhalb des Aktienteils halten wir kaum zyklische Unternehmungen. Zur Zeit bevorzugen wir «Value» gegenüber «Growth». Im sehr trägen Versicherungsgeschäft wird man mit 5–6% Dividenden auf das investierte Kapital entschädigt. Zudem kann man davon ausgehen, dass die Dividenden weiter steigen werden, da ein Teil des Gewinnes in die Zukunft investiert wird. Das sind Themen, die eigentlich unabhängig von anderen Problemen auf der Welt funktionieren. Die Aktien- und Kapitalmärkte orientieren sich letztendlich langfristig an den ökonomischen Fakten. Diese zeigen auf, dass es immer noch eine Reihe an fantastischen Unternehmen gibt, die zu fairen Preisen erworben werden können und über lange Zeit deutlich mehr abwerfen werden als das Geld auf dem Sparkonto.

Timo Dainese: Gründe dafür, nicht anzulegen, gibt es zu jeder Zeit viele. Den idealen Zeitpunkt für einen Einstieg gibt es nicht. Es ist über den längerfristigen Horizont auch nicht relevant. Hauptsache, man verdient Jahr für Jahr Erträge von 2–4%. Vor lauter Hoffen auf tiefere Kurse haben schon viele vieles verpasst.

VPZ: Wie gehen Sie im Zeitalter des Informationsüberflusses mit den einzelnen Nachrichten um? Und wie positionieren Sie sich?
Timo Dainese: Es ist wichtig, dass man zwischen «Noise» und wirklich substantiellen Informationen unterscheidet. Man muss sich immer wieder fragen, ob man mit den eigenen Investments gut aufgestellt ist. Für uns gilt: Wir wählen jeden Titel selbst aus. Wir kaufen bevorzugt Einzeltitel. Wenn wir Fonds kaufen, dann nur, wenn wir den Durchblick auf alle Positionen haben, sodass wir uns ein detailliertes Urteil bilden können. Gleichzeitig könnten wir alle gehaltenen Positionen innert weniger Tage verkaufen. Mein persönliches Fazit ist: Jetzt ist sicher nicht der Zeitpunkt, übermässig euphorisch zu sein. Darum sind wir etwa mit dem «halben Risiko» unterwegs. Jetzt ist das grosse Thema «USA und China». Vor einem Jahr war es die Zinsentwicklung. Aber die grössten Risiken waren auch in der Vergangenheit immer schon diejenigen, die man nicht kannte und über die man nicht sprach.

«Die grössten Risiken
waren in der Vergangenheit immer die Risiken,
die man nicht kannte und über
die man nicht sprach.»

VPZ Prognose

Timo Dainese, Gründer und Geschäftsführender Partner im Gespräch mit dem mit Perspektiven Redaktor Christof Küng und Prof.Dr.Maurice Pedergnana, Finanzexperte Dr.oec. HSG, von der Zugerberg Finanz (v.l.n.r.)
Aktien- und Kapitalmärkte orientieren sich letztendlich langfristig an den ökonomischen Fakten. Und diese zeigen auf, dass es immer noch eine Reihe an fantastischen Unternehmen gibt, die zu fairen Preisen erworben werden können und über lange Zeit deutlich mehr abwerfen werden als das Geld auf dem Sparkonto.

VPZ Fachgespräch ESG

Fachgespräch ESG.

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ESG – Environmental, Social and Corporate Governance.

Klaus Schwab sagte sogar kürzlich: «Die Schwelle für all das, was wir von einem Unternehmen erwarten, hat sich deutlich verschoben. Es geht heute um viel mehr als nur darum, Gewinne für die Aktionäre zu erzielen.» So ist es seit langem bekannt, dass die stärksten Replikatoren für eine gute Reputation die Effekte einer funktionierenden Corporate Social Responsibility (CSR) und damit verbundener Nachhaltigkeitsprogramme sind. Unternehmen, die daran arbeiten, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, sind in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie für Interessengruppen attraktiver. Darum reicht auch eine nachhaltige Steigerung der Umsatzzahlen sowie Renditen nicht mehr aus, um einen ausgezeichneten Ruf zu wahren. So sagten im August 2019 Top-CEOs an einem US-Business-Roundtable, dass Unternehmen vor allem in Mitarbeiter investieren, die Umwelt schützen, fair und ethisch mit ihren Lieferanten umgehen sowie ihren Kunden einen echten Mehrwert bieten sollen. Fast 200 globale Geschäftsführer, darunter die Führer von Apple, Pepsi und Walmart, haben damit die Rolle der Wirtschaft in der Gesellschaft neu definiert. Sie brechen damit mit einem Jahrzehnte lang gültigen Unternehmenscredo und gaben sogar eine Erklärung zum «Zweck eines Unternehmens» heraus; darin argumentieren sie, dass Unternehmen nicht länger nur die Interessen der Aktionäre vertreten sollten. ESG-Standards werden damit speziell in der Finanzwelt immer wichtiger.

«Shareholder Value ist nicht mehr alles.»

VPZ: ESG ist speziell für die Finanzindustrie wichtig. Man erlebt immer öfter, dass ein Verstoss gegen ESG nicht mehr toleriert wird. Bauen Stakeholder bewusst Druck auf, dass man nachhaltige Investmentlösungen findet?
Vito Schiro: Hier ist definitiv etwas im Tun. Ich glaube, es kommt tatsächlich von verschiedenen Seiten. Von Konsumentenseite kommen speziell sehr hohe Anforderungen. Vor allem vonseiten der jüngeren Generationen. Millennials (Jahrgänge 1980–1994) oder Generation Z (Jahrgänge 1995–2010) haben ausgeprägtere Ansprüche an Produkte und Marken. Es wird seitens der jüngeren Generation viel stärker erwartet, dass eine Marke ethisch auftritt und zwar über die ganze Wertschöpfungskette. Das Handeln einer Firma muss den ethischen Idealen der Konsumenten entsprechen. Andernfalls bleibt ein wichtiger Teil der Konsumenten weg. Diese Einstellung prägt natürlich den Auftritt der Firma und beeinflusst das Investorenverhalten. Am Beispiel dieses Konsumentenverhaltens sieht man, wie sich der Einfluss auf Unternehmen und auch dessen Investoren ausbreitet. Nachhaltigkeit hat an Bedeutung gewonnen.

VPZ: Das wäre auch wichtig, denn im Moment haben Verstösse gegen ESG-Standards noch keinen direkten Aderlass zur Folge. Gibt es noch Institute, welche nicht nach ESG-Standards investieren?
Vito Schiro: Ich denke schon, dass sich Verstösse bemerkbar machen. Firmen mit tiefen ESG-Werten sind für Konsumenten oder etwa Arbeitnehmer weniger interessant. Dies hat einen Einfluss auf diese Firmen, sei dies nun in Form von Umsatz oder Firmenbewertung an der Börse. Betreffend Investitionen: Das Integrieren von ESG als Thema gewinnt an Bedeutung. Viele, aber längst nicht alle Institute haben ESG-spezifische Mandate im Angebot. ESG ist aber nicht alleinentscheidendes, isoliertes Kriterium – es wird neben anderen traditionellen Parametern wie Bewertung, Volatilität und Qualität angewendet.

VPZ Fachgespräch ESG

Vito Schiro, VPZ Kompetenzbeirat Kapitalmärkte und Bankprodukte
Er würde unter dem Gesichtspunkt von ESG-Kriterien zum Beispiel auf Firmen setzen, die im Bereich erneuerbare Energien tätig sind. Wichtig zu wissen ist: Es sind nicht unbedingt immer die grossen Firmen, welche einen grossen Impact haben.

VPZ: Viele Leute wissen gar nicht so genau, was eigentlich ESG bedeutet. Können Sie uns da aufklären und ausführen, was dieser Begriff speziell für die Finanzindustrie bedeutet?
Vito Schiro: Das Konzept des nachhaltigen Investierens ist in der Tat nicht exakt definiert. ESG bietet hierfür einen Rahmen, indem es drei wichtige Dimensionen festlegt: Environment, Social und Governance. Die Methodologie, anhand welcher man die Unternehmen dann beurteilt, ist jedoch nicht einheitlich. Das Kriterium «Environment» lässt sich vielleicht am ehesten quantifizieren, etwa in Reduktion des C02-Ausstosses; «Governance» erfasst etwa, wie die Führungsstruktur einer Unternehmung ist, Transparenz der Entlöhnung, Zusammensetzung des Verwaltungsrates etc. Bei der Dimension «Social» sind die Bemessungskriterien weniger deutlich: Wie messe ich Kriterien wie Arbeitnehmerrechte, Sicherheit am Arbeitsplatz oder Community Development. Für die Finanzindustrie ist das Thema Nachhaltigkeit beim Investieren jedoch zentral. Es entspricht einem Investorenbedürfnis.

VPZ: Der «Next Generation Client» ist dank der Digitalisierung sehr gut informiert. Wenn beispielsweise ein Nicht-ESG-Produkt in einem Investment-Produkt von einem «Family Office» liegen würde, würden sich Ihre Kunden beklagen?
Vito Schiro: Wir haben uns ESG gegenüber verpflichtet und sollten dies dann auch konsequent versuchen umzusetzen. Ein nicht ESG-konformes Investment darf demnach gar nicht in die engere Auswahl kommen. Diesen Teil umzusetzen ist vergleichsweise einfach – man schliesst solche Investments von vorne weg aus. Schwieriger sind Situationen, in welchen man einen Titel bereits im Portfolio hält, und das besagte Unternehmen gerät hernach wegen ESG-Aspekten in die Kritik. Hat man als Portfolio den Mut, sich von diesem Titel bedingungslos zu trennen, allenfalls einen Verlust zu realisieren oder wird man dann kreativ mit Ausflüchten? Solche Situationen stellen die eigene Investment-Nachhaltigkeit auf die Probe. Es kann nur eine Antwort geben: ESG ist konsequent anzuwenden. Ich bin deshalb überzeugt, dass sich unsere Kunden bei einem Abweichen von unseren ESG-Grundsätzen sogar lautstark beklagen würden.

VPZ Fachgespräch ESG

Nach ESG-Prinzipien investieren muss nicht heissen, dass man Performance aufgeben muss. Es gibt sogar eine leichte Tendenz zur Verbesserung. ESG kann die Qualität eines Portfolios durchaus auch verbessern. Es macht intuitiv auch Sinn. Eine Firma, die etwa Governance-Themen mehr Beachtung schenkt, kann tendenziell negative Schlagzeilen machen. ESG Vorreiter-Firmen sind weniger oft in Skandale verwickelt.

VPZ: Wir stellen fest, dass man zum einen umweltschonend sein möchte, sich aber auch schnellen Gewinn wünscht. Sind die Leute wirklich ehrlich bereit, Nachhaltigkeit mit einer Langfristigkeit zu bezahlen oder ist der Kunde eben so, dass er nicht ewig warten möchte?
Vito Schiro: Investoren und Analysten sind stark auf Quartalsergebnisse ausgerichtet und die Unternehmen richten sich danach. Die Transparenz, die ein regelmässiges Reporting mit sich bringt, ist sicher positiv. Wenn ein Investor seine Investment Ziele jedoch so kurzfristig ausrichtet, scheint mir dies falsch und zudem unnötig stressbeladen. Betreffend Nachhaltigkeit und Rendite: Früher war die vorherrschende Meinung, dass man nachhaltiges Investment mit tieferer Rendite bezahlen musste. Empirische Auswertungen zeigen, dass nachhaltiges Investieren keine Performance-Einbussen mit sich bringt. Im Gegenteil: Es wertet das Portfolio punkto Qualität und Risiko sogar auf. Dies ist auch intuitiv nachvollziehbar: Unternehmen mit guten ESG-Standards dürften weniger oft in Situationen wie Bestechungsskandalen, Betrug oder Geldwäsche verwickelt sein. Deshalb: Nachhaltigkeit beim Investieren fördert tendenziell die Performance oder Qualität des Portfolios.

VPZ: Gibt es eigentlich ein globales und einheitliches Messsystem für ESG?
Vito Schiro: Einen ganz neutralen, objektiven Standard gibt es noch nicht. Aber die verfügbaren Daten hierzu verbessern sich laufend. Mehrere Anbieter beurteilen heute Unternehmen nach ESG-Kriterien. Als Nutzer kann ich heute auf mehrere Anbieter zurückgreifen. Viele Börsen verlangen von den kotierten Unternehmungen Berichte zur Nachhaltigkeit. Die zugänglichen Informationen zu ESG verbessern sich kontinuierlich. Ebenso entscheidend ist aber die Umsetzung: Mit der Einstufung eines Investments nach ESG-Kriterien ist eine Grundlage geschaffen. Wichtig ist jedoch, wie setzt man eine nachhaltige Investment-Strategie um: Die weitverbreiteste ist «negative exclusion». Man schliesst Titel oder Sektoren wie etwa Tabak, Alkohol, Glücksspiel oder Rüstung aus. Ein aktiverer Ansatz umfasst das gezielte Bevorzugen von Titeln mit hohen ESG-Werten. In etwa: Man investiert in den Auto-Sektor indem man die Titel auswählt, welche punkto ESG (und anderer Investmentkriterien) am besten abschneiden. Die global grössten Investment-Firmen wie Fonds, Pensionskassen oder Staatsfonds haben mehr Ressourcen, um eigene ESG-Analysen durchzuführen oder kraft ihrer Investment-Grösse sogar direkt Einfluss oder Druck auf die Gesellschaft zu nehmen.

VPZ: Die Demokratisierung des Wissens hat noch nie so stark – wie 2019 – mit öffentlichen Phänomenen wie zum Beispiel dem «Greta-Effekt» zusammengespielt. Wie ist Ihre Prognose für ESG – für die nahe Zukunft?
Vito Schiro: Beginnen wir bei diesem Trend. Das Bewusstsein auf Seiten der Investoren und der Kunden ist ganz ein anderes als sagen wir vor 5 Jahren. Ich muss zugeben, dass ich bei meinem ersten Kontakt mit ESG noch dachte, es könnte sich dabei um eine temporäre Erscheinung handeln. Das denke ich heute nicht mehr. Die Zahlen belegen dies. Waren 2016 noch USD 22 Billionen Anlagen nachhaltig investiert, so sind dies gemäss GSIA Global Sustainable Investment Review report im 2018 bereits über 30 Billionen. Viele ESG-definierte Produkte wurden seither neu aufgelegt. Ausserdem gaben in einer kürzlich erschienenen Umfrage mehr als zwei Drittel der Investoren an, dass sie ihre ESG-Allokation erhöhen wollen. Wir haben angebots- und auch nachfrageseitig eine Bestätigung des Trends.

VPZ: Was ist ein gutes Beispiel, von einer erfolgreichen Firma, welche den ESG-Kriterien entspricht?
Vito Schiro: Man muss aufpassen. ESG ist nicht das einzige Kriterium im Investmentprozess. Das ESG-Kriterium kann vorgeben, welche Anlagen für das Portfolio in Frage kommen. Die traditionellen Investment-Kriterien finden aber nach wie vor Anwendung. Eine Firma zu nennen, scheint mir deshalb nicht zielführend. Es geht darum, ein Portfolio zusammenzustellen, welches ESG-kompatibel ist und vor allem auch anderen Investment-Kriterien wie Bewertung, Risiko, Qualität entspricht.

VPZ: ESG scheint mehr als ein Trend zu sein. Vielleicht ist es sogar eine Art der Corporate Social Responsibility 2.0?
Vito Schiro: Ich glaube, es ist etwas, das eine längerfristige Ausrichtung hat. Dennoch sollte man das Thema nicht auf die lange Bank schieben. Man sollte das Thema proaktiv angehen und mit Priorität behandeln. Ich persönlich glaube, dass es kundenseitig begrüsst wird, das Thema proaktiv aufzunehmen. Die ESG-Thematik ist meistens ein zentrales Thema bei Portfolio-Review-Gesprächen mit Kunden. Wir sprechen dieses Thema auch an, wenn Fondsanbieter bei unserer Firma vorstellig werden. Es ist interessant zu hören, wie Produktanbieter sich diesem Thema stellen.

VPZ: Ihr Fazit.
Vito Schiro: ESG gewinnt an Dynamik und bewirkt eine positive Veränderung bei Unternehmen, Konsumenten und Investoren. Nachhaltig investieren bedeutet nicht, bei Renditeerwartungen Abstriche machen zu müssen. Im Gegenteil: Es verbessert die Qualität eines Portfolios. Es gibt aber noch einiges an Potenzial: Dank der laufenden Verbesserung der ESG-Datenqualität werden auch Investment-Prozesse den Aspekt der Nachhaltigkeit besser umsetzen können. Nachhaltigkeit beeinflusst unser Tun und damit auch unsere Wirtschaft.

«Zum Thema ESG braucht auch der Chief Investment Officer
ganz neue Fähigkeiten. Wir arbeiten diesbezüglich mit der Universität Zürich zusammen.
Der Austausch mit der Akademie hilft, in der Praxis die richtigen Schritte für die ESG-Umsetzung einzuleiten.»

VPZ Perspektive ESG – Environmental, Social and Corporate Governance

VPZ Perspektive Bürgenstock

Bürgenstock – Perfekte Erholung auf 1600 Meter über Meer.

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Bürgenstock, Oase des Wohlbefindens.

Bereits im Jahre 1332 trat Luzern der Eidgenossenschaft – bestehend aus den drei Waldstätten Uri, Schwyz und Unterwalden – bei. Einer der Hauptgründe des Beitritts war die zunehmende Einbindung in die habsburgische Landherrschaft. Im Spätmittelalter entwickelte sich die Stadt Luzern zu einem Stadtstaat. Bereits um 1480 war die Bildung des künftigen Kantonsgebiets weitgehend abgeschlossen. Der Einmarsch der napoleonischen Armee 1798 zwang das Patriziat zur Abdankung und das Luzerner Volk wurde zum Souverän. Im Sonderbundskrieg gegen die protestantisch-liberalen Kantone erlitten die katholischen Innerschweizer Kantone ihre endgültige Niederlage, aber bis heute ist Luzern die Hauptstadt des Kantons und in vieler Hinsicht der bedeutendste Ort der Zentralschweiz. Die geografische Lage als Verkehrsknotenpunkt an der Nord-Süd-Achse, am Übergang vom Mittelland zu den Alpen und am Tor zur Innerschweiz, aber auch die einzigartige landschaftliche Schönheit der Umgebung, prägten seit je Geschichte und Entwicklung der Stadt. Das wusste schon viel früher Königen, Geistlichen, Dichtern und Schriftstellern zu gefallen. Allen voran Friedrich von Schiller, welcher hier sogar für die die weltberühmte Figur von Wilhelm Tell inspiriert wurde. Kommen Sie mit auf eine Reise nach Luzern, über den Vierwaltstättersee und hoch hinauf auf den Bürgenstock.

Nicht nur für Touristen ist Luzern der perfekte Ausgangspunkt
Luzern ist nicht erst heute eine Brückenstadt, sie war es schon im Mittelalter. Dass hier bereits ums Jahr 1400 vier Brücken standen, war in ganz Europa beispiellos. Die um 1250 entstandene Hofbrücke und die um 1300 erbaute Kapellbrücke waren Teil der Stadtbefestigung. Der Verbindung der unteren Stadtteile diente die Spreuerbrücke. Sie heisst so, weil nur von ihr aus Spreu und Laub in die Reuss geschüttet werden durfte. Die heute wenig attraktiv erscheinende Reussbrücke war der älteste Flussübergang und trug entscheidend zur Entstehung der Stadt bei. Erst im 19. und 20. Jahrhundert kamen fünf weitere Brücken dazu: 1870 die Seebrücke, 1890 die Geissmattbrücke, 1908 die St.Karli-Brücke und schliesslich 1974 die Autobahnbrücke.

VPZ Perspektive Bürgenstock

Der Wasserturm und die Kapellbrücke, beide um 1300 erbaut, sind die Wahrzeichen Luzerns. Die älteste erhaltene Holzbrücke Europas zeigt im Giebel auf dreieckigen Tafeln einen im 17. Jahrhundert entstandenen Bilderzyklus. Sowohl ein Grossteil der Brücke als auch die Bilder wurden am 18. August 1993 durch einen Brand fast vollständig zerstört.

Luzern, ein Ort der Geschichte; ein Ort der Erinnerung
Luzern ist auch die Stadt der Plätze, Paläste und Kirchen. Auf dem Weinmarkt wurden im Spätmittelalter die Osterspiele aufgeführt. Auf dem Kornmarkt errichtete die Stadt um 1370 ein öffentliches Kaufhaus. Es diente auch als Kornhaus und wurde später zum Rathaus umgebaut. Auch Kapellplatz, Hirschen-, Mühle- und Franziskanerplatz haben noch Reste ihres historischen Cachets bewahrt. Hofkirche, Rathaus und Ritterscher Palast sind wichtige Denkmäler der Spätrenaissance, während die Jesuitenkirche zu den bedeutendsten Barockkirchen zählt. Die Franziskanerkirche gilt als schönste gotische Kirche der Innerschweiz.

VPZ Perspektive Bürgenstock

Zu den weltberühmten Denkmälern gehört der sterbende Löwe des dänischen Bildhauers Thorwaldsen. Er erinnert an die Schweizergarde, die den französischen König beim Tuileriensturm am 10. August 1792 verteidigte und dabei ihr Leben liess.

Der Luzerner See oder besser Vierwaldstättersee
Der Vierwaldstättersee entstand in der Eiszeit durch Erosion des Reussgletschers. Der See bildete sich als Gletscherrandsee vor rund 12’000 Jahren. Seinen Namen hat der Vierwaldstättersee von den vier an ihn angrenzenden, heutigen Kantone: Uri, Schwyz, Unterwalden (jetzt Nid- und Obwalden) und Luzern. Bis ins 16. Jahrhundert wurde die Bezeichnung Luzerner See verwendet.

Auf dem Weg in den Süden entdeckten Engländer die Bergwelt der Innerschweiz. Es entstanden mehrere Kur- und Badeorte wie Weggis oder Gersau. 1871 eröffnete man die allererste Zahnradbahn Europas, die Vitznau-Rigi-Bahn. 1889 baute man von Alpnachstad auf den Pilatus die heute immer noch steilste Zahnradbahn der Welt. Diesen Aufstieg auf die Rigi beschrieb Mark Twain, was in den USA im 19. Jahrhundert zum Aufblühen des Schweizer Tourismus führte. Auf dem Vierwaldstättersee verkehrt mit fünf Dampfschiffen (Stadt Luzern, Uri, Unterwalden, Gallia und Schiller) sogar eine der grössten Dampfschiffflotten Europas.

In der Umgebung des Sees und auf Terrassen in mittlerer Höhe (wie z.B. Morschach und Seelisberg) liegen zahlreiche Tourismusorte. Attraktive Aussichtsberge nahe am Vierwaldstättersee sind die Rigi, der Pilatus, das Stanserhorn, das Buochserhorn, die beiden Mythen, der Urirotstock, Fronalpstock und eben der Bürgenstock.

VPZ Perspektive Bürgenstock

Am See befinden sich zahlreiche Örtlichkeiten mit Bedeutung in der Schweizer Kultur- und Tourismusgeschichte: Allen voran die Tellsplatte, die berühmte Tellskapelle und das Rütli.

«Auf dem Bürgenstock befindet sich der höchste Freiluftaufzug Europas,
der Hammetschwand-Lift. Er verbindet den landschaftlich schönen Felsenweg
mit dem Aussichtspunkt Hammetschwand, von wo aus man eine eindrucksvolle
Sicht auf den Vierwaldstättersee und die umliegenden Berge geniesst.»

Hinauf zum Bürgenstock Resort
Die Geschichte des Bürgenstock Resorts begann mit den Tourismuspionieren Franz Josef BucherDurrer und Josef Durrer. Die beiden aus Kerns, Kanton Obwalden, stammenden Unternehmer kauften 1871 mit ihrer Firma Bucher & Durrer die Alp Tritt und benannten ihr Hotelprojekt Bürgenstock.

Franz Josef Bucher und Josef Durrer eröffneten am 23. Juni 1873 das Grand Hotel unter dem damaligen Namen Hotel Kurhaus. Das Unternehmen gelangte 1877 in den alleinigen Besitz von Bucher, der in den Jahren 1886 und 1887 das Kraftwerk an der Engelberger Aa in Buochs für den Betrieb der Zubringerbahn auf den Bürgenstock und der Stanserhorn-Bahn gründete und 1888 die Bürgenstock-Bahn und eine eigene Wasserversorgung errichtete.

Friedrich Frey-Fürst kaufte 1925 die Bürgenstock-Hotels. In den Jahren 1925 bis 1948 wurden die drei Hotelgebäude komplett erneuert, 1928 ein Golfplatz angelegt. Unter der Ägide von Sohn Fritz Frey und seiner Familie waren Persönlichkeiten wie die Schauspieler Sophia Loren, Audrey Hepburn und Sean Connery sowie Politiker wie Jimmy Carter und Henry Kissinger zu Gast auf dem Bürgenstock. 1996 verkaufte die Familie das Bürgenstock Resort an eine Schweizer Grossbank. Die Barwa Real Estate Company aus dem Emirat Katar war schliesslich nach diversen Beteiligungen in Schweizer Hotels ab dem Jahr 2008 alleinige Eigentümerin des Bürgenstock Resorts. 2009 transferierte sie das Schweizer Hotelportfolio an die Qatari Diar Real Estate Investment Company, welche zu 100 Prozent dem Staat Katar gehört. Im Jahr 2012 wurden die Aktivitäten in der Schweiz zur Katara Hospitality Switzerland AG mit Sitz in Zug transferiert. Sie ist bis heute die Betreibergesellschaft der Schweizer Hotels und damit verantwortlich für das Bürgenstock Resort.

«Im März 2014 wurde schliesslich der Grundstein zum
neuen Bürgenstock Resort gelegt. Bis heute ist es komplett autofrei
und umfasst mittlerweile 30 Gebäude. Dazu gehören unter anderem
vier Hotels mit drei bis fünf Sternen mit insgesamt 383 Zimmern
und Suiten.»

VPZ Perspektive Bürgenstock

Ein magischer Ort mit einem unvergesslichen Ausblick
An der kulinarischen Front können sich die Gäste in der Lobby-Lounge mit leichten Häppchen und englischem Nachmittagstee verwöhnen lassen oder Weinproben in einem der drei Weinkeller mit Glaswänden geniessen. Die Küchen der verschiedenen Restaurants bieten, was das Herz begehrt: Von der authentisch asiatischen Küche – wo Köche, die auf chinesische, indische, japanische und thailändische Küche spezialisiert sind – über die traditionell schweizerische Küche, bis zu einer offenen, internationalen Küche, können die Gäste beinahe alles haben, während diese zum Beispiel in einem Speisesaal mit Glaswänden sitzen, welcher an der Seite des Gebäudes auskragend und quasi frei schwebend ist. Im Herzen des Resorts, in der Nähe der Kirche, in der Audrey Hepburn in den 1950er Jahren geheiratet hat, und der Villa, in der Sophia Loren 13 Jahre lang gelebt hat, befindet sich die Taverne 1879, ein Gasthaus im Schweizer Alpenstil mit einem weiteren traditionellen Restaurant im Erdgeschoss und ein paar gemütlichen Zimmern oben. Geht man etwas weiter den Hauptweg des Resorts hinunter, überwältigt einen die atemberaubende Aussicht auf ein üppiges Tal und die Alpengipfel. So gelangt man auch zum Spycher Club, einem holzgetäfelten Kornspeicher aus dem 18. Jahrhundert, der einst als Nachtclub in der Blütezeit des Resorts diente und jetzt ein privater Veranstaltungsraum ist. Wandern Gäste auf dem idyllischen Waldweg weiter, kommen Sie zurück zum restaurierten – über 110 Jahre alten «Hammetschwand Lift», dem höchsten Freiluftaufzug Europas. Auf jeden Fall ein Erlebnis!

Golf, Berge oder Erholung: Das Bürgenstock bietet jedem das gewisse Etwas
Seit dem Relaunch ist das Bürgenstock Resort nun auch eines der grössten Wellness-Ziele Europas. Das über einen Glasweg mit dem Bürgenstock Hotel verbundene dreistöckige, 100’000 m² grosse Alpine Spa ist ein atemberaubender Ort zum Entspannen. Der Blick schweift über den Vierwaldstättersee und die Berge, rüber zu den zwölf Behandlungsräumen und die drei privaten SpaSuiten, die mit Wasserbetten ausgestattet sind. Während die gemütliche Lounge zum Verweilen einlädt, lockt ein Hydrotherapie-Bereich und der 69-Fuss-Innenpool zur aktiven Erholung. Zudem wurden eine 5000 m² grosse Saunalandschaft, Hammam, Brause- und Sprudelbäder sowie ein Fitnesspark gebaut. Am vielleicht eindrucksvollsten ist der scheinbar «unendlich scheinende» Infinity-Aussenpool, der sich um die Ecke des Gebäudes wickelt und einem so das Gefühl vermittelt, über dem tief unten liegenden Vierwaldstättersee zu schweben. Das Alpine Spa bietet auch immer noch, den heute fast historisch bekannten, nierenförmigen Hollywood-Aussenpool; eine grosse Sonnenterrasse sowie einen privaten Wellnessgarten. Mit einem Schwerpunkt auf naturbezogene Behandlungen zur Pflege der Haut und zum Ausgleich des Körpers machen modernste Geräte und ein umfassender Service dieses Hotel zu einer der faszinierendsten Wellnesseinrichtungen der Schweiz – und helfen dem Bürgenstock, die Messlatte für Gastfreundschaft noch einmal höher zu legen. Im Zuge der Kompletterneuerung wurde übrigens auch der 1928 eröffnete Golfplatz umfassend renoviert und neu gestaltet. Er gehört zu den ersten Golfplätzen in der Schweiz. Heute gehört der 9-Loch-Golfplatz ohne Zweifel zu einem der eindrucksvollsten der Alpen! Was denken Sie?

«Eigentlich ist dieses Hotel schon seit 1873 eine Legende.
Neben der Standseilbahn wurden auch andere bestehende Standorte
wiederbelebt, darunter der 1954 erbaute nierenförmige Hollywood-Pool,
in dem sich Generationen von Jetsettern gerne aufhalten.»

VPZ Perspektive Bürgenstock

VPZ Kundenportrait

Kundenportrait.

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Vorbildlich.

Eine unabhängige Vermögensplanung ist grundsätzlich nicht etwas, was erst dann folgen sollte, wenn man sich langsam dem 3. Lebensabschnitt annähert. In den vergangenen Ausgaben haben wir Ihnen immer wieder neue Beispiele gezeigt, wann es einen natürlichen Zeitpunkt für eine Gesamtplanung gibt. Wir selbst haben aber noch selten eine so erfreuliche Situation angetroffen, dass vielleicht ein geplantes Baby mit ein Grund war, dass sich Nadine und Martin Eggenberger mit dem Vermögens Planungs Zentrum an die Arbeit machten. Denn mit 34 und 37 Jahren haben viele Gleichaltrige noch ganz anderes vor. Die kleine «Valea» hat eindrücklich bewiesen, dass es sich mehr als gelohnt hat, rechtzeitig alles zu planen, was planbar ist. Vom Haus, über die Steuern bis zur Heirat war schliesslich bis zur Geburt alles sauber und vor allem in einem Gesamtkonzept zusammengetragen. Seit bald drei Jahren darf das Vermögens Planungs Zentrum nun die mittlerweile «Drei» betreuen. Dabei haben die beiden «Grossen» nicht nur viel Sicherheit gewonnen, sondern auch Ihr kleines Glück, die kleine «Valea».

VPZ Kundenportrait

Auch wenn sich Herr und Frau Schweizer nicht so gerne zum Einkommen, damit verbundenen Steuern und Vermögenssituationen äussern; wenn man seine Ehe, einen Hausbau, die damit verbundene Hypothek, die daraus resultierende neue Steuersituation sowie dann auch noch das Thema Vorsorge richtig planen will, braucht man einen kompetenten Partner, welchem man zu 100% vertrauen kann.

VPZ: Sie haben sich vorbildlich früh um alles gekümmert und das VPZ kontaktiert. Wie kam es dazu?
Martin Eggenberger: Begonnen hat eigentlich alles mit dem Grundstück meiner Grosseltern. Mit dem Ableben stellte sich für meine Eltern plötzlich die Frage, wie es weitergehen soll. Während meine Grosseltern in der Landwirtschaft tätig waren, befand sich auf diesem Grundstück eine alte Scheune. Im Grunde genommen war genau dieser Raum, wo wir jetzt stehen, der Stall. Meine Mutter hatte also das Land inklusive Hof geerbt. Gemeinsam mit meinen Eltern haben wir uns schliesslich entschlossen, etwas aus dem Grundstück zu machen. Da ich als Projektleiter in einer Zimmerei arbeite und zudem ausgebildeter Holzbauingenieur bin, bot es sich geradezu an, dass wir den alten Stall abreissen sollten und stattdessen ein komplett neues Wohnhaus aufbauen könnten. Mit dem Bauen kannte ich mich von Berufes wegen aus. Aber mit der Finanzmaterie fühlte ich mich insgesamt zu wenig vertraut, wollte aber gerade in meinen jungen Jahren auch hier alles richtig machen. Genau in dieser Zeit lernte ich über die Möglichkeit eines unverbindlichen Beratungsgespräches das VPZ kennen.

VPZ: Sie mussten sich Gedanken machen, was sie auf dem Grundstück bauen und ob die Pläne für ein Mehrfamilienhaus finanzierbar sind?
Martin Eggenberger: Richtig, wir hatten die Idee von vier bis fünf Parteien, in einem grossen Wohnhaus zu vereinen. Dabei sollten wir eine Wohnung selbst im Stockwerkeigentum benutzen können, eine zweite sollte als Stockwerkeigentum durch die Eltern übernommen werden. Schliesslich haben wir das Projekt gemeinsam realisiert und finanziert.

Nadine Eggenberger: Da ich im Detailhandel gelernt hatte, wir aber wussten, dass wir irgendwann ein Baby haben möchten, war es uns wichtig, nie unter Druck zu kommen. Denn wenn mal ein Baby da wäre, wollte ich zumindest für die erste Zeit nicht mehr arbeiten. Momentan bin ich nun genau in diesem Mutterschaftsurlaub. Also haben wir schon vorher genau geplant, was schliesslich möglich wäre. Zusammen mit dem Architekten – dem Kollegen meiner Schwester – haben wir uns aufzeigen lassen, was möglich ist. Wir haben dann einen Erbvorbezug gemacht und somit konnten wir das Land besitzen. Mit dieser Basis haben wir uns mit dem VPZ in Verbindung gesetzt. Schon beim ersten Kontakt mit dem VPZ haben wir uns auch wegen unserer Partnerschaft und einer möglichen Heirat informiert. Nun sind wir seit 2 Monaten verheiratet. Denn wenn man ein Kind hat, dann ist einfach vieles rechtlich schon automatisch geregelt, was von Anfang an unser Ziel war.

VPZ Kundenportrait

VPZ: Wenn alles nach Plan läuft, ist immer alles einfach und kein Problem. Aber sobald irgendetwas mal nicht wie gewünscht läuft, kann es schnell zu Problemen kommen.
Martin Eggenberger: Genau. Trotzdem, wir haben schliesslich nur aus Liebe geheiratet. Aber es stimmt schon, wenn es je einmal ein Problem gäbe – was wir natürlich beide nie hoffen – dann sind wir aber sicher froh, wenn man gewisse Dinge fair, sauber und in beider «Sinne» geregelt hat.

VPZ: Richtig, die schlauen Leute regeln Dinge dann, wenn sie einander in die Augen schauen können. Sie scheinen junge Menschen zu sein, welche aber realistisch in die Zukunft schauen.
Martin Eggenberger: Ja, also haben wir uns mit Antonio Domina, im Vermögens Planungs Zentrum, in St.Gallen getroffen. Die Situation hat einfach gepasst. Antonio Domina hat sich Zeit genommen und wir fanden das Vertrauen. Denn schliesslich ist die Beratung einer Gesamtsituation immer auch etwas sehr Persönliches. Per se möchten sich Herr und Frau Schweizer nicht so gerne zum Einkommen, damit verbundenen Steuern und Vermögenssituationen äussern. Doch wenn man seine Ehe, einen Hausbau, die damit verbundenen Hypotheken, die daraus resultierende neue Steuersituation sowie dann auch noch das Thema Vorsorge richtig planen will, braucht man einen kompetenten Partner, welchem man zu 100% vertrauen kann. Ohne diesen Partner und vertrauensvollen Freund wird so eine Gesamtsituation sonst juristisch sehr schwer korrekt zu regeln. Wir waren auf jeden Fall sehr froh um die professionelle Unterstützung von A bis Z.

VPZ: Das VPZ rechnet mit einem Honorar ab. Dies auch, um die Unabhängigkeit einer Planung zu unterstreichen. Wie haben Sie die Höhe des Honorars empfunden?
Nadine Eggenberger: Wenn man sich die gesamte, äusserst umfangreiche Planung am Ende anschaut, sieht es gar nicht so komplex aus. Doch selber machen könnte man es dennoch nicht. Weil wir den Prozess eng begleitet haben, können wir uns zudem gut daran erinnern, was es für ein Berg Unterlagen war, den wir eingereicht haben. Daher wissen wir genau, was es für ein riesiger Aufwand ist, alles in einem Konzept zusammenzutragen. Unter diesen Gesichtspunkten ist ein Honorar nicht nur fair, sondern vor allem der Leistung mehr als gerecht geworden.

VPZ: Eine Gesamtplanung ist immer ein grosser Aufwand und Sie waren sehr gut vorbereitet. In der Regel ist es aber eher so, dass mögliche Kunden nicht in jedem Fall so gut vorbereitet sind. An was kann das liegen?
Nadine Eggenberger: Das kann daran liegen, dass gerade junge Leute ihr Geld lieber ausgeben. Sie gehen reisen, machen Ausbildungen oder haben teure Hobbies. Das ist auf den ersten Blick viel attraktiver, als dass sie ein Sparen-3-Konto eröffnen oder ihre Unterlagen sauber ablegen.

Martin Eggenberger: Gerade wenn man wirklich baut und investiert, dann macht man sich schon Gedanken, ob man alles tragen kann. Auch was einen möglichen Leerstand von Wohnfläche anbelangt. Sogar wenn wir kein typisches Renditeobjekt gebaut haben. Es war uns wichtig, dass die drei Wohnungen selbst dann sauber finanziert wären, wenn diese nicht auf Anhieb hätten vermietet werden können. Wir hatten also grosses Interesse, eine saubere Gesamtplanung zu bekommen, wo alle Details doppelt geprüft sind.

VPZ Kundenportrait

Neue Herausforderung. Gerade wenn man ein Baby bekommt, bekommen auch finanzielle Anliegen eine ganz neue Dimension: Sicherheit wird zum wichtigsten Argument für «Valea».

VPZ: Wie hat Sie das VPZ seit der Gesamtplanung weiter begleitet: Stichwort «Baby», Hypotheken, Krankenkasse, Vorsorge?
Nadine Eggenberger: Wir sind jetzt schon drei Jahre mit dem VPZ unterwegs. Die Planung wurde fortlaufend und automatisch nachgezogen. Wir sind aktuell wieder am Anpassen. Seit wir verheiratet sind und eine Familie haben, haben wir uns wieder mit Antonio Domina getroffen und die Situation neu beurteilt.

VPZ: Haben Sie Stand heute das Gefühl, dass Sie komplett die Übersicht haben in Bezug auf Haus, Budget, etc.? Haben Sie Kenntnis über alles? Gibt es etwas, das fehlt? Etwas, das verändert werden muss?
Martin Eggenberger: Gewisse Punkte müssen laufend aktualisiert werden. Zum Beispiel die Krankenkasse oder unsere Patientenverfügungen.

VPZ: Wenn Sie die Beziehung zum VPZ vom Erstkontakt bis zum Update Ihrer Planung beurteilen: Was für eine Bewertung würden Sie geben und könnten Sie das VPZ Ihrem besten Freund weiterempfehlen?
Nadine Eggenberger: Von der Betreuung bis jetzt hat alles von A–Z gepasst. Übrigens, mein Mann Martin hat es bereits seinem Freund empfohlen.

VPZ Kundenportrait

VPZ BMW i3s Fahrbericht

BMW i3s – Was bewegt morgen?

By | VPZ

BMW i3s – Was uns morgen bewegen könnte.

«Ich kann mich daran erinnern, dass es auf der ganzen Welt kein Auto gab, das Verstand genug besass, seinen Weg allein zu finden. Ich hatte tote Maschinen chauffiert, deren Steuerung jede Minute eine menschliche Hand benötigte. Ein Positronengehirn kann natürlich viel schneller reagieren als ein menschliches, und die Leute konnten ihre Hände von der Steuerung lassen. Man setzt sich hinein, gibt den Bestimmungsort an, und der Wagen findet seinen Weg.» Es ist ein für damalige Verhältnisse noch unvorstellbares Szenario, das der russisch-amerikanische Autor Isaac Asimov in seiner Kurzgeschichte «Sally» malte. Besagte Geschichte stammt aus dem Jahr 1953 – also aus einer Zeit, in der nicht nur das selbstfahrende Auto als Realität auf der Strasse in weiter Ferne lag, sondern rund um die Mobilität auf den ersten Blick eigentlich alles in bester Ordnung schien: Das Automobil versprach Unabhängigkeit und Freiheit, in vielen Staaten führte der wirtschaftliche Aufschwung zu einer wahren Motorisierungswelle, die Strassen waren in der Regel frei, Staus kannte man kaum. Ist das ein verklärter Blick zurück in die gute alte Zeit? Weil wir keinen Plan davon haben, wie wir den aktuellen Herausforderungen begegnen sollen? Hier geben wir Ihnen eine schöne, mögliche Antwort: Kommen Sie mit auf unsere Testfahrt, mit dem BMW i3s.

«Mobilität steht für den Blick nach vorn!»

VPZ BMW i3s

VPZ BMW i3s

Genau da, wo man in den meisten Fällen geplant hin möchte. Aber manchmal ist es so wie mit dem guten alten Schulterblick: Einmal kurz umdrehen verschafft neue Blickachsen. Und das ist von Bedeutung, denn Megatrends wie Digitalisierung, Globalisierung und Urbanisierung haben insbesondere auf einen Bereich gravierende Auswirkungen, und zwar auf Verkehr, Logistik und Mobilität. Die reibungslose Bewegung von Menschen, Waren und Daten ist daher auch eine der grössten Herausforderungen, der sich Gesellschaften, Unternehmen, aber zunehmend auch Private stellen müssen. Insofern bleibt es oder besser gesagt, wird es spannend! Aber keine Angst, wir haben für Sie natürlich wie immer einen möglichen Plan parat.

Der i3 war seiner Zeit voraus
Mit dem Verkaufsstart des i3 im Jahr 2013 war BMW seiner Zeit voraus. BMW’s Technologieträger für künftige E-Mobilität war das erste Modell der drei Jahre zuvor gegründeten Submarke BMW i und hatte zunächst eine rein elektrische Reichweite von 160 Kilometern. Das Auto wurde von Grund auf als Elektroauto konzipiert. Das im Innenraum verarbeitete Material sollte nachhaltig sein; wie zum Beispiel Holz oder Schilfgras. Der i3 war ausserdem das erste Serienfahrzeug mit einer aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gefertigten Fahrgastzelle. Dadurch sollte das Auto leichter und die Reichweite maximiert werden. Doch nach und nach wurde klar, dass sich eine grössere Reichweite eher über bessere, grössere und zunehmend günstigere Batterien erzielen liess als über die ultraleichte aber kostenintensive Karosserie.

Auch optisch schien der i3 damals aus der Zeit gefallen zu sein. Der im Verhältnis zur Fahrzeuglänge von vier Metern recht hohe Aufbau – mit extrem kurzer Fronthaube – wich stark von der bisherigen und typischen BMW-Optik sowie den üblichen Fahrzeugformen anderer Hersteller ab. Die Proportionen waren jedoch der zweigeteilten Fahrzeugkonstruktion geschuldet. Dem unteren Teil des Fahrzeugs mit Batterie und Fahrwerk wurde die Fahrerkabine samt Antriebstechnik und Leistungselektronik einfach oben aufgesetzt. Einfach und funktional, aber nun zieht BMW seinem visionären Elektroauto doch bald den Stecker. Der Hersteller konzentriert sich auf andere Modelle und stärkt eine weitere Antriebstechnologie.

Umso mehr, der inzwischen testgefahrene BMW i3s hat das Image und den Auftritt des Münchner Autobauers trotzdem aufpoliert. Denn der i3s war und ist unter den Autos so etwas wie der Musterknabe der Öko-Bewegung geworden. Zudem sollte der i3s Emotionen schüren und den Fahrspass steigern. Auch wenn die Leistung der überarbeiteten E-Maschine – verglichen zwischen dem ursprünglichen i3 und dem von uns gefahrenen i3s – lediglich von 170 PS auf 184 PS kletterte und das maximale Drehmoment klettert von 250 auf 270 Nm; respektive sich der Sprint von 0 auf 100 km/h um vier Zehntel auf 6,9 Sekunden verkürzte; können wir nicht von extremen Unterschieden sprechen. Neben dem Anheben der Höchstgeschwindigkeit von 150 auf 160 km/h wurde zudem eine direktere Lenkung verbaut, ein Sportfahrwerk mit Tieferlegung integriert sowie eine um 4 cm breitere Spur eingeführt. Das sind echte Argumente!

VPZ BMW i3s Fahrbericht

Zukunftsweisendes Design
Breiter, tiefer, stärker: Mit der neuen Sportversion «s», des i3 stellt BMW eine Art elektrische M-Version vor.

Grosse Unterschiede beim Wichtigsten vollbracht
Bei der Reichweite für den i3s wurden 285 km angegeben; und auf unseren Testfahrten kam der BMW in der Tat bis zu 260 km weit. Das sind weit über 100 Kilometer mehr als beim Vorgängermodell. Gut ist zudem, dass sich ab Werk die neue, grössere Lithium-Ionen-Batterie an der Haushaltssteckdose mit 2,4 kW in rund 15 Stunden auf 80 Prozent laden lässt. Sprich über Nacht, in der eigenen Garage. Das ist wichtig!

Optional ist zudem ein Schnellladeanschluss erhältlich, der Gleichstrom bis zu 50 kW verdaut. Damit geht das Laden erheblich schneller: In rund 45 Minuten sind 80 Prozent der Batterie gefüllt. Für unterwegs ist das fast noch wichtiger. Schliesslich will man vorwärts kommen.

Was allgemein sehr positiv auffällt ist die Tatsache, dass die Spitzigkeit und die Beschleunigung beachtlich sind. Überholmanöver auf der Landstrasse vergehen damit wie im Flug. Und auch im Stadtverkehr ist der i3s wendig und knackig zu fahren. Das mag vielleicht auch am modifizierten Fahrwerk sowie an der neu kalibrierten Lenkung liegen.

Ein weiteres, nettes Detail ist, dass BMW, bei den vorher doch sehr dünnen Reifen, nun immerhin zwei Zentimeter mehr Gummi um die 20-Zoll-Felge wickelt. Zwar würde BMW-i-Chef Robert Irlinger sicher nicht von «Tuning» sprechen. Doch BMW hat auch an der Optik gefeilt und den i3 ein bisschen bulliger und breiter gemacht. Dass er zudem innen etwas ruhiger gestaltet wurde, ist auch richtige Weg. So sticht die eigenwillige Materialauswahl mit der Verkleidung aus nachwachsenden Rohstoffen nicht mehr ganz so deutlich ins Auge. Zudem gibt es für den i3 jetzt auch LED-Scheinwerfer, neue Aussenfarben und Materialien für den Innenraum. An der neuen Generation von Infotainment erinnert aktuell nur noch der etwas antiquierte Bildschirm ohne Touchfunktion an das «Gestern».

Konkreter Plan in Entwicklung
«Zwar gibt es keinen konkreten Plan für einen i3-Nachfolger», sagte der Marketingchef des Herstellers, Pieter Nota an der IAA. Nicht einmal, wann genau der i3 eingestellt werden soll. BMW werde aber auch nach dem möglichen Ende des i3 ein rein elektrisches Auto im Kompaktsegment anbieten und auch alle anderen Modelle des Konzerns sollen als reine Batterieautos oder Plug-In-Hybride angeboten werden. Bis 2023 sollen so mindestens 25 elektrifizierte Modelle angeboten werden, mehr als die Hälfte davon vollelektrisch. Mit der Studie Concept 4 zeigte BMW auf der IAA 2019 schon einmal, wie BMW’s E-Autos künftig aussehen könnten. Das vollelektrische Coupé wäre zum Beispiel schon ab 2021 als BMW i4 – auf einer einheitlichen Elektroplattform – bereit für den Markt. Aber vielleicht fährt ja der Erbe des i3 künftig sogar mit Wasserstoff. Wer weiss: BMW ist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg und hat gleich viele mögliche Pläne in der Hand!

VPZ BMW i3s Fahrbericht

Ausgesuchte, technische Daten
Länge/Breite/Höhe mm
4000 mm/1790 mm/1590 mm

Leistung (Hybrid-Synchronmotor)
135 kW/184 PS, 270 Nm bei 1 U/min

Reichweite WLTP/CO2
270–285 km/0 g CO2/km

Beschleunigung 0–100 km/h
6,9 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit
160 km/h

VPZ stories - Virtuelle Währungen wie Bitcoin, Ethereum etc.

Kryptowährungen.

By | VPZ

Virtuelle Währungen wie Bitcoin, Ethereum etc.

Kryptowährungen, oder auch digitale Währungen genannt, sind aus einem Hype entstanden und mittlerweile in den Mainstream vorgedrungen. Nicht nur Bitcoin als erste Kryptowährung der Welt, sondern auch Währungen wie Ethereum, Litecoin oder Ripple sind bekannt. Alle werden als Kryptowährungen bezeichnet, sind aber vielmehr digitale Buchungssysteme, mit welchen Wertanteile und dessen Übertragung protokolliert werden. Eine Technologie, welche als Blockchain bezeichnet wird. Nutzer, welche über das Internet miteinander verbunden sind, können Waren und Dienstleistungen bezahlen oder gewünschte Beträge untereinander überweisen. Der Handel erfolgt dezentral im Internet und muss nicht über den Staat oder Banken abgewickelt werden.

Vergleich der grössten Kryptowährungen

Quelle: Bank Lending Survey, 2018

Bitcoin als erste Kryptowährung der Welt
Kurz nachdem die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers 2008 die globale Finanzkrise ausgelöst hat, veröffentlicht das Pseudonym Satoshi Nakamoto das „White Paper“. Dieses dient als Grundlage einer neuen virtuellen Währung. Mit der Kryptowährung soll ein Geldsystem ermöglicht werden, welches günstiger, schneller und zudem unabhängig von Staaten und Banken funktionieren kann. Die erste Bitcoin-Transaktion fand im Mai 2010 statt.

Bitcoin’s Entwicklung seit 2014


Quelle: Coindesk, 5. November 2019

Nutzung virtueller Währungen
Bitcoins und andere Kryptowährungen werden vor allem als Spekulationsobjekte gehalten. Die Nutzung dieser virtuellen Währungen als Zahlungsmittel ist in der Schweiz bis anhin nicht reguliert. Vereinzelt kann die Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen erfolgen, dies aber nur bei wenigen Anbietern. Infolge zunehmender Popularität kann die Abwicklung auch zu Problemen wie Verzögerung der Überweisung oder hohen Kosten führen.

Risiken
Hohe Preisschwankungen sowie Unsicherheiten bezüglich des Herausgebers der Währungen zählen zu den damit verbundenen Risiken. Zudem ist nach wie vor unklar, ob Ansprüche auf virtuelle Währungen zivilrechtlich geltend gemacht werden können. Der Handel mit solchen Währungen birgt zusätzlich Geldwäschereirisiken. Grenzüberschreitende Überweisungen sowie Anonymität sind aufgrund der technischen Eigenschaften möglich. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) überwacht den Markt der virtuellen Währungen.

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VPZ stories - Zinssatz der beruflichen Vorsorge

Mindestzinssatz der beruflichen Vorsorge

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Berufliche Vorsorge – der Mindestzinssatz bleibt bei 1%.

Die Mindestverzinsung im Obligatorium der beruflichen Vorsorge bleibt auch im Jahr 2020 bei 1%. Diese Entscheidung hat der Bundesrat am 6. November 2019 auf Empfehlung der Eidgenössischen Kommission für berufliche Vorsorge (BVG-Kommission) getroffen.

Die Höhe des Mindestzinssatzes wird gemäss Gesetz auf Grund der Entwicklung der Rendite der Bundesobligationen festgelegt. Zusätzlich werden auch die Erträge der Aktien, Anleihen und Liegenschaften berücksichtigt. Zurzeit ist die Rendite der Bundesobligation weiterhin tief. Im September 2019 lag die Verzinsung der 10-jährigen Bundesobligation bei minus 0.70%. Eine Senkung des Zinssatzes wäre aufgrund der positiven Entwicklung der Finanzmärkte nicht gerechtfertigt. Im Jahr 2019 legte der Swiss Performance Index um 24.4% zu. Die aktuell tiefen Kapitalmarktzinsen legen jedoch auch keine Erhöhung des Zinssatzes nahe. Somit bleibt dieser unverändert bei 1%.

Verzinsung der 10-jährigen Bundesobligation

Entwicklung Rendite Bundesanleihe

Quelle: SNB, 8. November 2019

Kritische Stimmen
Der Schweizerische Gewerkschaftsverbund erachtet den derzeitigen Satz prinzipiell als zu niedrig, trotzdem zeigten Sie sich mit dem Entscheid des Bundesrates zufrieden. Das Rentenproblem wird durch die anhaltende tiefe Mindestverzinsung weiter verschärft und die Leistungsfähigkeit der zweiten Säule zunehmend in Frage gestellt.

Der Arbeitgeberverband kritisiert den Entscheid und wirft dem Bundesrat vor, das schwierige Umfeld der Vorsorgeeinrichtungen zu missachten. Arbeitgeber hingegen plädieren für eine Mindestverzinsung von nur 0.5%. Je tiefer der Zinssatz ist, desto weniger wachsen die Guthaben der versicherten Personen.

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VPZ stories - Ablösung des LIBOR's

Ablösung des LIBOR’s.

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Ablösung des LIBOR’s.

Mitte August 2017 teilte die britische Finanzmarktaufsicht „Financial Conduct Authority“ (FCA) mit, dass der „LIBOR“ bis Ende 2021 abgelöst werden muss. Der „LIBOR“ bildet den Durchschnittszinssatz ab, zu welchem Banken untereinander Geldmittel ohne Sicherheiten aufnehmen oder anbieten können. Dieser wird in verschiedenen Währungen sowie mehreren Laufzeiten geführt. Beim „LIBOR“ handelt es sich zudem um den am häufigsten verwendeten Referenzzinssatz und dient als Basis zur Bepreisung für Kredite, Anleihen und Derivate.

Worin besteht das Problem mit dem LIBOR?
Der zugrunde liegende Markt des CHF LIBOR ist nicht mehr liquide. Die globale Finanzkrise hat die Verlagerung der Aktivität vom unbesicherten auf den besicherten Geldmarkt zu verantworten. Aus diesem Grund beruht die heutige Berechnung des CHF LIBOR fast ausschließlich auf Experteneinschätzungen anstalle von tatsächlichen Markttransaktionen. Bei den Zinsmeldungen fühlen sich Panelbanken vermehrt unwohl, da diese lediglich auf Experteneinschätzungen beruhen. Da die Financial Conduct Authority (FCA) nach Ende 2021 die Banken nicht mehr verpflichten wird, an LIBOR-Panels teilzunehmen, ist dessen Fortbestand äusserst fraglich.

Quelle: Bank Lending Survey, 2018

Welche Alternative zum CHF LIBOR gibt es?
Als Alternative zum LIBOR wird von der Nationalen Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze in Franken (NAG) der Swiss Average Rate Overnight (SARON) empfohlen. Über einen reibungslosen Übergang sowie die detaillierte Ausgestaltung des LIBOR-Ersatzes werden branchenweite Diskussionen geführt.

Was ist der SARON?
Der Swiss Average Rate Overnight (SARON) bildet die Bedingungen für Tagesgeldgeschäfte im besicherten CHF Geldmarkt ab und wird von der SIX Swiss Exchange administriert. Der Durchschnittssatz basiert auf abgeschlossenen Transaktionen sowie verbindlichen Quotes. Diese Berechnungsmethodik wurde in Zusammenarbeit mit der SNB entwickelt, ist öffentlich einsehbar und transparent.

SARON als Alternative zum CHF LIBOR

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VPZ stories - Budget- und Liquiditätsplanung

Budget- und Liquiditätsplanung.

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Budgetieren Sie Ihre Pensionierung frühzeitig.

Ist Ihr gewohnter Lebensstandard auch nach Ihrer Pensionierung noch gewährleistet? Sind Ihre Ausgaben nach wie vor gedeckt? Die Liquiditätsplanung zeigt auf, wo Handlungsbedarf besteht und wo zusätzliches Optimierungspotenzial besteht. Eine detaillierte Budgetplanung vermittelt Ihnen Sicherheit, die Möglichkeit, Teile Ihres Vermögens längerfristig anzulegen und dadurch von höheren Erträgen zu profitieren.

Ab dem Zeitpunkt Ihrer Pension müssen Sie Ihren Lebensunterhalt aus den Leistungen der 1. Säule, 2. Säule und allenfalls einer
3. Säule finanzieren. Das AHV-Einkommen, die Pensionskassenrente sowie die Ersparnisse aus der privaten Vorsorge sollen Ihnen den heutigen Lebensstandard weiterhin ermöglichen.

«Wohn- und Haushaltskosten machen knapp 30% aller Ausgaben aus.»

Das erstellte Budget kann nur dann als solide Planungsgrundlage dienen, insofern dieses realistisch und korrekt ausgefüllt wurde. Die Ausgaben müssen regelmässig und vollständig zusammengetragen werden. Im Anschluss geht es darum, die Veränderungen nach der Pensionierung abzuschätzen. Welche Positionen fallen weg, welche Ausgaben müssen angepasst werden und einige Kosten kommen hinzu. Zum Beispiel fallen berufsbedingte Kosten vollständig weg. Die Steuerbelastung nimmt in der Regel nach der Pensionierung ab, ist aber nach wie vor ein grosser Bestandteil Ihrer Ausgaben. Ebenfalls steigen die Gesundheitskosten mit zunehmendem Alter an und vielfach werden vermehrt Rückstellungen getätigt.

Der durchschnittliche Schweizer Warenkorb 2019

Quelle: BFS – Landesindex der Konsumentenpreise (LIK)

Eine präzis erstellte Budget- und Liquiditätsplanung dient als Standortbestimmung und zeigt Ihnen auf, wo verstecktes Sparpotenzial liegt, wo zusätzliche Reserven vorhanden sind und ob auf gewisse Ausgaben vollständig verzichtet werden kann.

Einsparungsmöglichkeiten liegen vor allem bei den Wohnkosten, den Steuern sowie Versicherungen. Ist Ihre heutige Wohnsituation auch nach Ihrer Pensionierung auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt? Können Sie die Steuerbelastung so tief wie möglich halten und haben Sie alle Optimierungsmöglichkeiten ausgeschöpft? Auch die Analyse Ihrer Versicherungsleistungen und -prämien bringt mit Sicherheit weiteres Einsparungspotenzial zum Vorschein.

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